Portrait

Die Cellistin Felicitas Stephan vermittelt mit ihrem Spiel Leichtigkeit und Raffinesse, Vielfarbigkeit, lebendigen Puls, Intensität und Tiefe. Nichts wirkt bei ihr verstaubt oder gar akademisch reduziert.

Die künstlerische Leiterin des Festivals “Celloherbst am Hellweg” war als gebürtige Mannheimerin mit  europäischen Wurzeln bereits im Alter von 7 Jahren Schülerin des legendären Solocellisten Hans Adomeit. Ihr Studium bei Carl-Gustav Settelmeier schloss sie in Dortmund mit der künstlerischen Reifeprüfung ab. Meisterkurse u. a. bei Prof. Sebastian Baer, Prof. Maria Kliegel und William Pleeth ergänzten ihre Ausbildung.

Ob Teatro Verdi in Pisa oder Robert Schumann-Haus in Zwickau, ob Kulturhauptstadt RUHR.2010 oder Festivals am Gardasee, ob fränkische und havelländische Musikfestspiele, Schönberger Musiksommer, Konzerte an der Ostsee von Kühlungsborn bis auf den Darß, ob Stuttgart, Hamburg, Antwerpen, Paris, Turin, Rom, Trient, Neapel, Graz, Split, Brasov oder Murcia – seit mehr als 20 Jahren gibt sie europaweit Kammerkonzerte in Duo- und Trio-Besetzungen und als Solistin unterschiedlicher Kammerorchester.

Ihre Konzerte sind ein Erlebnis, das die Kostbarkeit des Momentes nachhaltig spürbar werden lässt. Mit überraschender, dramatischer Erzählkunst vermittelt Felicitas Stephan Bilder von knisternder Spannung und packender Emotionalität, wobei ihr anrührender, farbenreicher Klang dem Publikum reine Freude und bleibende Glücksmomente schenkt. Auf diese Weise entlockt sie großen Komponisten Geheimnisse, geleitet vom Reichtum ihrer phantasievollen Interpretationen und dem Klang ihres wunderbaren flämischen Cellos, gebaut 1752 von Joseph Benoît Boussu.

In ihren außergewöhnlichen Recitals mit unterschiedlichen Kammermusikpartnern und mehreren Programmen zieht sie alle Register ihres Instrumentes. Von den Harmonien der Sonaten von Johannes Brahms über die südamerikanische Saudade von Egberto Gismonti bis hin zu den neuen Klängen von Hans Werner Henze reicht die Spannweite ihrer musikalischen Vielseitigkeit.

Als Kammermusikpartnerin konzertiert Felicitas Stephan mit den Pianist*innen Tobias Bredohl, Cecilia Novarino, Vesna Podrug, Roland Pröll, Kai Adomeit, Elena Margolina-Hait, Maurizio Barboro und Gabriel Tacchino, mit den Geigern Massimo Marin, Dragan Radosavljevic, Cihat Askin, Dan Tarna, Misha Nodelmann und Hauko Wessel, mit den Bratscher*innen Wladimir Kossjanenko, Beste Tiknaz Modiri und Martin Vollmer, mit der Harfenistin Manuela Randlinger und mit den Gitarristen Jaime Zenamo, Juan Carlos Arancibia Navarro und Wolfgang Lehmann.
Eine enge musikalische Zusammenarbeit verbindet sie mit Kira Kraftzoff (Rastrelli Cello Quartett), Matias de Oliveira Pinto, Sandra Landini, Bertrand Giraud, Alexander Hülshoff, Daniel Müller-Schott, Johannes Wildner, Anton Nicolescu, Steven Sloane und Werner Seiss.

Die interessante Diskographie von Felicitas Stephan beinhaltet etliche Ersteinspielungen wie ihre CD „Werke bedeutender Komponistinnen“ und die CD „Duo Ponticelli –Musik aus Brasilien“, die ebenso wie ihre CD „Sonho Brasileiro“ mit begeisterten Rezensionen in der Fachpresse bedacht wurden. Vier weitere CD´s erschienen bei dem Label „Cello Colors“. Ihre Einspielungen werden immer wieder im Rundfunk gesendet. Für die jeweilige Aufnahmeleitung konnte Felicitas Stephan u.a. Daniel Zalay, Celia Ruiz und Holger Busse gewinnen.

Stefan Heucke und Vadim Neselovskyi komponierten Werke für sie, die sie auch zur Uraufführung brachte. Der brasilianische Komponist und Gitarrist Jaime Zenamon widmete ihr einige Kompositionen und lud sie auf Konzerttourneen ein. Die Komponisten Buck Wolters und Ulrich Schultheiss schrieben für sie verschiedene Werke und im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 begegnete sie Hans Werner Henze.

Dass man unter den Preisträgern von „Jugend musiziert“ auf Regional-, Landes- und Bundesebene sowie unter den Mitgliedern des Landesjugendorchesters und den Studierenden an Musikhochschulen immer wieder Schülerinnen und Schüler von Felicitas Stephan findet, belegt die erfolgreiche Unterrichtstätigkeit der Cellistin.

In ihrem Musikdomizil, einem alten, romantischen Fachwerkhaus hoch über dem Ruhrtal im Dorf Opherdicke, in unmittelbarer Nähe des bekannten historischen Hauses Opherdicke übt, probt und studiert sie täglich. Hier, wo sich immer wieder Musiker, Komponisten, Maler und Schriftsteller begegnen, ist das künstlerische Zentrum des „Celloherbst am Hellweg“, dessen Leitung sie seit 2004 inne hat.